Gute Gabeln

Buchweizennockerl mit Bratspeck

…und wieder kommt meine kleine, geschäftige Kaffeemühle zum Einsatz. Diesmal ist der Buchweizen dran. Ich schrote ein paar Handvoll, um mir ein schnelles, einfaches Gericht zuzubereiten: Buchweizennockerl mit Bratspeck.

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Das Gericht habe ich vor ein paar Tagen so ähnlich in einer Fernsehdokumentation über die Alpen gesehen – und es gleich versucht nachzukochen. In meinem Schrank steht ein Päckchen Buchweizen. In meinen Kühlschrank liegt etwas Bratspeck. Schon ist ein Essen gezaubert. Trotzdem muss ich gestehen: Die Nockerl sind mir förmlich etwas missraten.

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Buchenweizennockerl mit Bratspeck

Zutaten

  • 100 g Buchweizenmehl
  • 50 g weiche Butter für den Teig
  • 10 g Butter zum Anbraten
  • 1 Ei
  • einige Scheiben Frühstücks- bzw. Bratspeck

Zubereitung

  1. Butter mit dem Ei schaumig rühren, salzen und mit dem Buchweizenmehl verrühren. Den Teig 1/2 Stunde ruhen lassen.
  2. Topf mit leicht gesalzenem Wasser zum Köcheln bringen. Mit zwei Löffeln Nockerl vom Teig abstechen und formen. Die Nockerl im Salzwasser ca. 10 bis 15 Minuten leicht sieden lassen. Danach Herd ausschalten und im geschlossenen Topf noch etwas ziehen lassen.
  3. Die Nockerl abtropfen und mit dem Speck in Butter goldbraun braten.

Lammschulter mit Bärlauchrisotto und Zaziki

An Ostern kommt traditionell Lamm auf den Tisch! Aber warum ist das so? Das Osterlamm symbolisiert für gläubige Christen Reinheit und Unschuld. Es erinnert an den Tod Jesu, der laut christlicher Weltanschauung als “Lamm Gottes” unschuldig für die Menschen am Kreuz gestorben ist. Außerdem steht das Lamm für neues Leben und ist damit gleichzeitig ein Symbol für die Wiederauferstehung Christi, der bekanntermaßen zu Ostern gedacht wird.

Lammmarinade

Lammschulter in Marinade

Kulinarisch betrachtet: Lammfleisch ist sehr zart, weil es von Tieren stammt, die noch kein Jahr alt sind. Bestenfalls stammt das Fleisch von sechs bis zwölf Monate alten Jungtieren. Tiere, die älter als zwei Jahre sind, werden Hammel genannt.

Bärlauch & Ajoblanco

Selbstgemachtes Bärlauchpesto und Ajoblanco

Auch wenn ich mich nicht als religiös bezeichne, pflege ich gerne kulinarischen Traditionen. Eine Woche vor dem Osterfest habe ich eine Lammschulter beim Metzger bestellt. Zwei Tage vor dem Fest habe ich die Schulter mit Thymian- und Rosmarinzweigen, Lorbeerblättern, gepresstem Knoblauch, Pfefferkörnern und Olivenöl in einen Gefrierbeutel gegeben und mariniert. Das Fleisch muss kom­plett von der Mari­nade umschlossen sein. So dringt die Mari­nade pro Tag ca. 1 cm tie­fer in das Fleisch ein. Je län­ger die Mari­nier­zeit, desto aro­ma­ti­scher ist spä­ter der Geschmack des Fleisches. Als Vorspeise gab es spanische Ajoblanco und als Dessert eine Walnuss-Karamell-Tarte.

Lamm mit Risotto

Lammschulter mit Bärlauchrisotto und Zaziki

Zutaten

Lammschulter

  • 1 kg Lammschulter (entbeint und gerollt)
  • frischer Thymian, Rosmarinzweige und Lorbeerblätter
  • Pfefferkörner
  • 2 Knoblauchzehen (gepresst)
  • Olivenöl

Bärlauchrisotto

  • 400 g Risottoreis
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 50 g Butter
  • 5 EL Parmesankäse oder Pecorino
  • 20 g Bärlauch
  • 20 g Pinienkerne
  • 100 ml Olivenöl

Zaziki

  • 1 kleine Salatgurke
  • 1 Becher Quark
  • 2 Becher griechischer Abtropfjoghurt
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Essig

Zubereitung

Lammschulter

  1. Die Lammschulter 1-2 Tage vorher mit Lorbeerblättern, Thymian- und Rosmarinzweigen, gepresstem Knoblauch, Pfefferkörnern und Olivenöl in einen Gefrierbeutel geben und marinieren.
  2. Dann die Lammschulter bei Unter- und Oberhitze bei 160°C ca. 90 Minuten im Ofen braten. Nach der Hälfte der Zeit wenden.

Bärlauchrisotto

  1. Bärlauchbätter, Pinienkerne und Olivenöl zu einem glatten Pesto pürieren.
  2. Den Risottoreis in einer Pfanne kurz in Butter anbraten. Dann nach und nach die Gemüsebrühe hinzugeben und den Reis kochen lassen bis er gar und keine Brühe mehr vorhanden ist. Dann das Pesto unterühren. Risotto vom Herd nehmen. Butter und Parmesan unter den Reis mischen, sodass er schön sämig wird.

Zaziki

  1. Quark mit Joghurt und geschälter, fein geraspelter Salatgurke vermengen.
  2. Gepresste Knoblauch, Essig und Salz unterrühren und einen halben Tag im Kühlschrank ruhen lassen, sodass sich der Geschmack entfaltet.

Pizzateig aus selbstgeschrotetem Bio-Dinkelmehl

Schon mal ein halbes Kilo Dinkel mit einer klitzkleinen Kaffeemühle von Hand geschrotet? Better don’t! Während ich diese Zeilen schreibe, verspüre ich immer noch perfide Schmerzen in meinen Fingergelenken. Doch die Mühe hat sich letzten Endes gelohnt: Aus dem im Schweiße meines Angesichts geschrotetem Dinkelmehl habe ich einen hervorragenden Pizzateig zubereitet.

Blog-Event LXXXVI - We ♥ Pizza (Einsendeschluss 15. April 2013)

Und damit die Schinderei nicht umsonst war, habe ich das Rezept beim We ♥ Pizza-Blogevent auf zorras Foodblog “Kochtopf” eingereicht. Die Zutaten kann ich leider nur “ungefähr” angeben, weil ich dem Teig soviel Dinkelmehl zugegeben habe, bis er die richtige Konsistenz hatte.

Selbst schroten

Dinkelteig

Pizzablech Dinkel

Dinkelpizza

Bio-Dinkel-Pizzateig

  • 600 g Bio-Dinkelmehl
  • 400 ml Wasser
  • Trockenhefe (besser: frische Hefe benutzen)
  • Salz
  1. In einer Schüssel Dinkelmehl mit Wasser, Salz und der Hefe verrühren und eine Viertelstunde quellen lassen.
  2. Dem Teigansatz das restliche Mehl hinzugeben bis sich der Teig von der Schüssel löst – nochmals eine gute Viertelstunde ruhen lassen.
  3. Den Teig auf eine mit Mehl bestäubte Oberfläche geben und zu einer Kugel kneten.
  4. Eine gute Stunde ruhen lassen, dann ausrollen und mit Zutaten belegen. Im Ofen eine halbe Stunde bei 180°C backen.

Pizza alla Bob Dylan

Ach, gerade in Zeiten, in denen soziale Netzwerke viel Frust und Unzufriedenheit bei den Menschen auslösen, weil sie auf die ganzen positiven Nachrichten der Netzgemeinde mit Neid reagieren, möchte ich einen Kontrapunkt setzen. Ich sage es ganz offen: Ich bin gescheitert. Gescheitert an einem Pizzateig.

Pizzateig missglückt

Gerade als ich zu Bett gehen will, prüfe ich nochmals den Teig im Kühlschrank. Ich erschrecke, denn ein gigantischer Hefepilz quellt mir förmlich entgegen. Doch ich nehme die ganze Angelegenheit gelassen, denn Scheitern kann immer auch einen Erfolg bedeuten (der nächste Teig wird sicher besser). Ich erinnere mich an die Worte, die Bob Dylan in “Love Minus Zero/No Limit” singt: My love she speaks softly / She knows there’s no success like failure /And that failure’s no success at all. Na dann, auf ein nächstes Mal!

 

“Nicht schlecht, Herr Picchio!”

“Kannst Du mir dieses Buch besorgen?” fragt mich meine Mutter irgendwann Ende der 1990er Jahre. Es heißt “Il Cucchiaio d’argento” (Der Silberlöffel) und ist zu dieser Zeit noch nicht in deutscher Sprache übersetzt. Und Ende der 1990er Jahre ein fremdsprachiges Buch ausfindig zu machen und zu besorgen, ist, ganz anders als heute, ein richtiger Aufwand. Ich begebe mich auf die Suche nach dem “Silberlöffel” und finde das Buch im Antiquariat einer 250 km entfernt gelegenen Stadt. Die italienische Originalausgabe sendet mir das Antiquariat nach langem Hin und Her zu. Packetsendung, weil das Ding geschätzte 2 kg wiegt. Das Buch ist meiner Mutter so wichtig, weil es in ihrer italienischen Heimat ein echter Klassiker war – und ist – und viele ihrer Freunde daraus kochen. So komme ich in den folgenden Jahren des Öfteren in den Genuss, die ein oder andere Spezerei aus dem “Silberlöffel” zu probieren. So far: Mission accomplished!

Silberlöffel

1950 veröffentlicht die italienische Design- und Architekturzeitschrift “Domus” das Buch unter dem Titel “Il Cucchiaio d’argento”. Der Name geht auf eine Redensart zurück, die für Überfluss, Reichtum und Glück steht: Wer mit einem silbernen Löffel im Mund geboren wird (“chi è nato con un cucchiaio d’argento in bocca”), kann mit einem reichen Erbe rechnen. Der Silberlöffel möchte hingegen das kulinarische Erbe weitergeben. Das Buch wird kurz nach Erscheinen zum Klassiker der italienischen Kochkunst. In den über 50 Jahren, in denen das Buch verlegt wird, wird es laufend aktualisiert. Das Ergebnis ist ein Kochbuch mit über 2000 Rezepten aus allen italienischen Regionen und in Italien eine regelrechte kulinarische Bibel.

Il cucchiaio

Man sagt gemeinhin, dass Italiener das Kochen sogar noch vor dem Sprechen erlernen und ihr Können unter den Generationen weiterreichen. Und tatsächlich: Ich besitze das Buch heute selbst – allerdings in der deutschen Fassung, die seit 2006 verlegt wird. Der Silberlöffel meiner Mutter ist ohnehin total zerfleddert. Die Zeit vergeht, Geschmack bleibt. Weil sie bereits etliche Rezepte aus dem Silberlöffel nachgekocht hat, bitte ich meine Mutter, mir mitzuteilen, wie sie das Kochbuch denn findet. “Mamma, was hältst Du vom Silberlöffel?”

Silberlöffel

Mit einem Wort: Nicht schlecht, Herr Specht! Man mag ein gewisses Unterstatement vernehmen, denn das Buch wurde so oft gebraucht, dass es heute fast auseinanderzufallen scheint. Einige Rezepte funktionieren nicht so, wie sie meine Mutter aus Italien kennt, was aber nicht davon ablenkt, dass im Silberlöffel eine schier unerschöpfliche Auswahl an Rezepten dargestellt ist. Das Buch ist reichhaltig. Echte italienische Gerichte bestehen oft nur aus einer Handvoll simpler Zutaten, was sie für den Einsatz in der Alltagsküche ideal macht. Blättert man das Buch durch, findet sich einiges, was einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Nach einer Einführung (“Essen ist eine ernste Sache”) widmet sich das Buch der Küchensprache sowie Küchengeräten und -ausstattung. Die Rezepte sind in folgende Kategorien unterteilt: Saucen, Marinaden und gewürzte Butter, Antipasti, Hors d’oeuvres und Pizza, Erster Gang, Eier und Frittata, Gemüse, Fisch, Krustentiere und Weichtiere, Fleisch und Innereien, Geflügel, Wild, Käse, Desserts und Backen, Menüs für besondere Anlässe, Menüs von Spitzenköchen. Ein paar Gerichte, die meine Aufmerksamkeit beim ersten Durchblättern auf sich zogen:

  • Rote Beete-Béchamel-Auflauf
  • Orecchiette mit Cima di rapa
  • Soufflé aus grünen Bohnen
  • Grüner Nudelteig
  • Ravioli mit Spinat-Ricotta-Füllung
  • Pasta mit Hummer
  • Polenta mit Wurst
  • Topinambur mit Sahne
  • Moschusoktopus alla napoletana
  • Steak alla pizzaiola
  • Schnepfen mit Äpfeln
  • Löwenzahn mit Parmesan
  • Rosenkohl mit Mandeln
  • Kaninchen in Rotweinsauce
  • Chicoréesalat mit Käse und Walnüssen
  • Ricottastrudel
  • Cantucci
  • Schokoladen-Profiteroles

Silberlöffel_Phaidon

“Kochen ist eine ernste Sache” lautet der Leitsatz des Buches, der gleich zu Beginn in fetten Lettern steht . Das ist es in der Tat, denn Essen zählt zu den täglichen Tätigkeiten, um die man nicht herumkommt. Wie schön, wenn man dann ein derart praktisches Buch, wie den Silberlöffel, zur Hand hat aus dem man sich unzählige tolle Ideen holen kann, wie man das tägliche Mahl variiert und ganz praktisch umsetzt. Der Gaumen wird es danken!

Der Silberlöffel / Edel Germany / 1464 Seiten / 39,90 Euro