Irdische Tage in Barcelona

Die paar Tage, die ich in meiner alten Heimatstadt Barcelona verbrachte, vertrieb ich mir vor allem damit, ausgiebig zu essen – sehr zur Belustigung meiner Freunde, die den ein oder anderen merkwürdigen, kulinarischen Wunsch damit quittierten, dass sie einfach mal ein Auge zudrückten.Meist sind es nicht die exklusiven Dinge, an denen das Herz hängt, sondern die ganz profanen: eben essen, am Meer entlang schlendern, in der Lieblingsbar Kaffee trinken, den Leuten nachsehen und sich ein klein wenig verlieren.

Was das Essen angeht: Ich habe ein wenig über die Stränge geschlagen. Zu dieser Jahreszeit isst man vor allem viel Artischocken aus dem Ofen, viel Meeresfrüchte, zum Nachtisch darf es immer wieder Mató sein, ein katalanischer Frischkäse, den man einfach mit Honig isst und von dem ich nicht genug bekommen kann. Außerdem gab es in Apfelschaumwein gekochte Chorizowürste.

Januar und Februar ist auch Seeigelzeit. Als kleiner Junge habe ich in Süditalien am Strand gesehen, wie Leute Seeigel frisch aus dem Meer, einfach so mit Brot verspeist haben. Das wollte ich jetzt auch ausprobieren und habe mir daher in der Boqueria, Barcelonas großem Markt im Stadtzentrum, ein paar Exemplare gekauft. Auf Youtube kann man sich ansehen, wie man die Seeigel öffnet. Der Geschmack ist wirklich interessant. Er erinnert an frische Austern oder Kaviar. Wenn einen die Muse küsst, kann man aus den Seeigeln ein kleines Soufflé backen.

Riesengarnelen oder “pulpitos”, Tintenfischchen, werden in der Pfanne in Olivenöl scharf angebraten und mit Knoblauch und Tomatensoße verfeinert.

 

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