Worin liegt der Unterschied zwischen Fleur de Sel und normalem Kochsalz?
Viele Menschen geben teures Geld für Fleur de Sel aus. Sie glauben, es schmecke besser oder sei gesünder als die herkömmlichen, raffinierten Speisesalze. Doch lohnt sich der Aufpreis tatsächlich? Schmeckt man einen Unterschied zwischen normalem Salz und Fleur de Sel?
Salz, das ist Kochsalz, Speisesalz oder Tafelsalz. Es handelt sich um Natriumchlorid, das wichtigster Würzstoff für Speisen und zugleich unentbehrlich für den menschlichen Körper ist. Der benötigt täglich etwa 5 Gramm davon, um den Wasserhaushalt zu regulieren und die zur Verdauung benötigte Salzsäure des Magens zu bilden. Salz wird im Bergbau als Steinsalz oder durch Eindampfen von Sole als Siedesalz gewonnen.
Fleur de Sel ist hingegen ein unter schwierigen Umständen hergestelltes Meersalz. Meersalz ist aus Meerwasser gewonnenes Speisesalz, das außer Natriumchlorid noch geringe Mengen anderer Salze enthält, wie Kalzium-, Magnesium- und Strontiumchlorid. Das Fleur de Sel, also die “Blüte des Salzes”, soll ganz besonders sanft würzen und noch besser schmecken als Meersalz – und das, obwohl es eigentlich auch nur ein Meersalz ist. Das Besondere sei die Textur, erklärt zum Beispiel Ingo Holland, Gewürzexperte und ehemaliger Sternekoch.
“Fleur de Sel lebt von seiner fein kristallinen Struktur, die an einen Hauch von Eis erinnert und auf der Zunge einfach zerfällt.” Meersalz besteht dagegen aus gröberen, harten Kristallen – einen Unterschied, den man beim Zerreiben zwischen den Fingern erkennen kann. Reibt man jedoch auf harten Kristallen herum, dann hat man es eher mit einem schlichten Meersalz zu tun. Nur durch seine Struktur und Textur unterscheidet es sich von normalem Meersalz. Man sollte es deshalb weder zum Kochen, Garen oder Marinieren, sondern lediglich als Finish verwenden.
Meersalze, also auch das Fleur de Sel, haben einen höheren Anteil an Mineralstoffen. Wichtig für eine gesunde Ernährung sind sie aber trotzdem nicht. Denn jedes Salz besteht zu gut 95 % aus Natriumchlorid. Fleur de Sel schmecke grundsätzlich milder als ein herkömmliches Kochsalz, meint auch die Ernährungsexpertin Birgit Hinsch von Ökotest. Das gilt allerdings auch für das Meersalz. Das milde, teure Fleur de Sel mit dem aromatischen Bouquet, ist gut zum Verfeinern von besonderen Speisen. Gesünder als andere Salze ist es aber auch nicht.
Das Fazit fällt also ernüchternd aus: Lohnt sich der Aufpreis für das Fleur de Sel? Ernährungsphysiologisch sind alle Salze gleich. Deshalb reicht das preisgünstige Siedesalz zum Kochen und Würzen meist aus. Das ist aber Glaubenssache! Und für Feinschmecker ist Fleur de Sel oder Meersalz die Würze, um besonderen Gerichten das gewisse Etwas zu geben.
Quellen:

Ich glaube die Konsistenz bzw. Struktur der Salze macht den entscheidenen Unterschied. Fleur de Sel ist flockig und bereichert dadurch Gerichte, die nach dem garen gewürzt werden. Die knackige Konsistenz von Salzflocken auf einem medium gegarten Stück Fleisch oder als Topping einer Karamelsauce ist einfach fantastisch.
Salzflocken auf einem medium gegarten Rinderfilet ist tatsächlich himmlisch!
Hört sich ersteinmal einleuchtend an. Ich würde jedoch immer zum Meersalz greifen, wenn es neben dem raffiniertem verfügbar ist. Da ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass nicht irgendwelche Zusätze drin sind, die die “Rieselfähigkeit” begünstigen oder irgendwelche Bleichen, um das Salz weißer zu machen. Preislich macht das auch kaum einen Unterschied.
@ Chris
Da gebe ich dir recht. Heutzutage weiß man nicht mehr was wo drin ist, ob Pferd in der Lasagne oder Bio im Ei uvm. Auch wenn ich lese Speisesalz mit Flur oder Job versetzt wird mir schon schlecht. Ich bevorzuge natürliche Produkte zu denen das Fleur de Sel gehört. Meersalz hingegen wird meist auch mit großen Maschinen geerntet und raffiniert, was die natürlickeit in Frage stellt.
Und auch im Geschmack überzeugt Fleur de Sel. Man hat die Möglichkeit viel dezenter zu Salzen, da durch die luftige Zusammensetzung des Fleur de Sel der Geschmach viel milder ist. Aber ist wie bei allem. Wer den Unterschied nicht schmeckt und die Natürlichkeit des Salzes nicht wertschätzen kann, sollte die Finger einfach davon lassen.