Das “Nachher” des Gerichts – Eine Stuttgarter Designerin entwirft ein Kleckerkochbuch
Der Kochbuchmarkt ist ziemlich satt. Denn die meisten Kochbücher ähneln sich meist in formaler Hinsicht oder versuchen sich durch die bewusste Nachahmung von Elementen früherer Stilrichtungen (“Omas Kochbuch”) abzugrenzen. Das Kochen verlagert sich indes immer weiter ins Internet: Die beliebtesten Kochportale melden inzwischen mehr als 8 Millionen Besucher im Monat. Klar, da braucht es schon einen triftigen Grund, noch Geld für ein “Holzmedium” auszugeben. Dieser Grund könnte sein: eine neue, interessante Form über Essen zu sprechen und es darzustellen. Bei den Vorbereitungen für ein kulinarisches Event in Stuttgart bin ich auf die Arbeit der dort ansässigen Designerin Christina Schmid gestoßen. Sie hat ein Kochbuch designt, dass sich visuell nicht an den Zutaten oder dem Gericht, sondern am “Nachher” des Gerichts aufhängt. Das Buch “Macchioline all’Italiana”, also “Geklecker auf Italienisch”, ist aus der Italienexkursion der Klasse Cluss an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart hervorgegangen: Christina Schmid stellt darin 18 Rezepte vor, die sie in Italien “gekocht und gekleckert” hat. Gute Gabeln findet: ein humorvolles Buch, das sich mit einem ironischen Augenzwinkern an den Koch wendet und sich dabei auch nicht scheut eine gehörige Portion “Ästhetik des Hässlichen” in die Küche einzubringen.