Gefüllte Panzerotti: “Die besten Pizzataschen”

Erst kürzlich saß ich mit einem Freund aus Kindergartentagen, den ich lange nicht gesehen hatte, in einer Münchner Kneipe. Zu später Stunde und nach mehreren Bieren schwelgten wir in Erinnerungen. Da sprach er plötzlich von den gefüllten Pizzataschen, den Panzerotti, die meine Mutter einmal für unser Kindergartenfest zubereitet hatte – das ist gute 25 Jahre her und ich erinnere mich kaum noch an diesen Tag. Doch ich bin wirklich erstaunt, dass sich ihm dieses Gericht derart auf der Zunge eingebrannt hatte.

Dieses Wochenende bin ich bei meinen Eltern zu Besuch und meine Mutter macht die legendären Panzerotti, die in unserer Familie schlicht und ergreifend “Pizzataschen” genannt werden. Das Rezept ist ursprünglich von meiner italienischen Großmutter Carmela, die leider schon in den 1980er Jahren das Zeitliche segnete. Immer wenn es bei uns zuhause aber Pizzataschen gibt, scheint es mir, als ob sie auf einem gefüllten Panzerotto, wie der Baron Münchhausen auf seiner Kanonenkugel, durch die Zeit reitet. Hier also das italienische Originalrezept – auf dass Carmela noch lange galoppieren möge.

Zutaten (12-15 Taschen)

Für den Teig:

  • 1 kg Weizenmehl
  • 1 Hefewürfel
  •  300 ml lauwarmes Wasser
  • 1 EL Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 3/4 l Öl

Für die Füllung:

  • 1 Dose passierte Tomaten
  • Mozzarella
  • Grüne Oliven (entsteint)
  • Sardellen oder Schinken (nach Geschmack)

Zubereitung

  1. 100 ml lauwarmes Wasser in eine kleine Schüssel geben und die Hefe darin auflösen. Das Mehl in eine große Schüssel geben, eine Mulde darin formen und eine Prise Zucker dazugeben. Die Hefelösung dazugeben und daraus einen Vorteig kneten. Dann mit Mehl bestäuben, mit einem Tuch zudecken und eine Viertelstunde gehen lassen (meine Oma hat den Teig unter der Wolldecke in ihrem Bett ruhen lassen).
  2. Den ausgeruhten Vorteig nun salzen, das restliche lauwarme Wasser hinzugeben und mit der Rührmaschinen ca. 5 Minuten kneten bis der Teig sich von der Schüssel gelöst hat. Aus diesem Teig dann 15 ca. semmelgroße Kugel formen, diese auf ein mit Mehl bestäubtes Küchentuch legen, zudecken und nochmals eine gute Stunde ruhen lassen.
  3. Dann die Teigkugeln auf einem mit Mehl bestäubten Brett zu kleinen Kreisen auswellen (nicht zu dünn) und 1 EL passierte Tomaten, etwas Mozzarella und einige Oliven dazugeben (evtl. auch Sardellen oder Schinken). Die Kreise zu Halbkreisen zusammenklappen und die Ränder einwickeln (damit die Füllung nicht ausläuft).
  4. 3/4 l Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pizzataschen darin von beiden Seiten goldbraun backen. Die Taschen isst man am besten heiß, mit den Händen, in eine Serviette eingewickelt. Aber Vorsicht: Die Füllung ist heißer als man denkt!