Airbräu München: “Wo kommts ihr denn her?”

Am Münchner Flughafen gable ich heute zwei Freunde aus Düsseldorf auf, die zu einem besonderen Anlass in die bajuwarische Hauptstadt kommen: Heute spielt der Fußballverein 1860 München gegen Fortuna Düsseldorf in der Allianz Arena. Gleich vorweg: Ich interessiere mich keinen Deut für Fußball. Die meisten meiner Freunde brechen, ob meiner unbedarften Fragen zum Thema, stets in Gelächter aus. So bin ich eben: fußballdesinteressiert! Heute ist das aber egal, denn ich freue mich auf das Wiedersehen und die kurze Zeit, die wir zusammen verbringen werden. Wir treffen uns am späten Vormittag am Flughafen und steuern, um uns für den Tag zu stärken, direkt das “Airbräu München” an, eine bayerische Gaststätte, die direkt am, besser gesagt, im Flughafen München liegt. Hier ist Möglichkeit geboten, traditionell zu essen, vor oder nach dem Flug noch ein Bierchen zu trinken oder, sollte man denn unter Flugangst leiden, eine “Henkersmahlzeit” zu vertilgen, nämlich 1 Glas Leitungswasser, 1 trockene Semmel und 1 Zigarette für sagenhafte 95 Cent.

Wir nehmen uns den “Altbayerischen knusprigen Schweinsbraten von der Schulter” für 9,30 Euro vor. Dazu gibt es Fliegerquellsauce mit Brezenknödel und Speckkrautsalat. Zunächst muss man erwähnen, dass das “Airbräu” die einzige Flughafenbrauerei Europas ist – und somit ihr eigenes Bier braut, das sich unter anderem in den hauseigenen Gerichten, wie der Fliegerquellsauce des Schweinsbratens, wiederfindet. Die Bedienung im “Airbräu” ist freundlich und fragt, ob der auffallenden Verkleidung meiner Freunde (denn Fasching wird in München anders angegangen als Karneval in Düsseldorf), im gepflegtesten Bayerisch: “Wo kommts ihr denn her?” Die Antwort folgt prompt: “Aus Düsseldorf natürlisch!”

Der Preis des Airbräu-Schweinsbratens liegt im normalen Rahmen (9,30 Euro). Der Teller ist ganz appetitlich angerichtet, kommt nur leider etwas kühl daher. Der obligatorische Speckkrautsalat ist in Ordnung, doch ihm fehlt eine gewisse Würze. Das Schweinefleisch ist sehr dünn geschnitten und leider sehr trocken – zu trocken. Die Kruste des Bratens ist ebenso dünn wie der Schnitt des Fleisches – man schmeckt einfach heraus, dass das Fleisch die vergangenen Stunden unter einer Wärmebrücke schwitzte. Die Knödel sind ganz in Ordnung. Lediglich die Sauce ist erwähnenswert: Liegt es am selbstgebrauten Flughafenbier mit der sie zubereitet wird? Wie dem auch sei, das rettet den Braten auch nicht mehr!

Indes tigern wir weiter zum Spiel. Nur leider kann sich der Herzensverein meiner Freunde nicht durchsetzen. Fortuna unterliegt mit 1:2. Schade, aber es war trotzdem ein schöner Tag mit meinen beiden jecken Preußen, wie die Münchner all jene Menschen nennen, die auf der anderen Seite des Weißwurstäquators wohnen. Auf ein ander Mal mit Fußball und Schweinsbraten in München!

 Bewertung:
 
Schweinsbraten – 9,30 Euro
 
Airbräu München
München Airport Center
Terminalstrasse Mitte 18
85356 München